Lange Zeit galten Pflegeprodukte als Frauensache. Männer griffen höchstens mal zum Rasierer oder dem 2-in-1-Duschgel mit „cool breeze“-Duft. Doch das hat sich gewaltig geändert. Inzwischen ist Männerpflege ein eigener Markt mit klarer Identität – und in Deutschland wächst er weiter.

Allein im Jahr 2024 wird der Umsatz mit Männerpflegeprodukten in Deutschland auf rund 1,23 Milliarden Euro geschätzt – Tendenz steigend. Männer cremen, pflegen und stylen wie nie zuvor. Und das ist längst keine Modeerscheinung mehr, sondern ein gesellschaftlicher Wandel. Immer mehr Männer legen Wert auf gutes Aussehen, auf gesunde Haut und einen gepflegten Bart. Das hat auch die Industrie erkannt: Neue Produkte werden gezielt für Männer entwickelt – nicht einfach umetikettierte Frauenprodukte mit „Men“-Aufkleber, sondern durchdachte Linien, abgestimmt auf männliche Hautbedürfnisse und Stilansprüche.

Der gesamte Kosmetikmarkt in Deutschland liegt 2024 laut Daten von Mordor Intelligence bei über 17,9 Milliarden US-Dollar. Bis 2029 soll er auf 20,5 Milliarden US-Dollar wachsen – ein klares Zeichen: Pflege bleibt ein starkes Thema. Und der Männeranteil daran wird immer größer.

Besonders gefragt sind aktuell Produkte rund um Haarpflege, Gesichtspflege und Bartpflege. Viele Männer setzen mittlerweile auf spezielle Gesichtscremes, Augenpflege oder Anti-Aging-Produkte – was früher noch als „zu viel“ oder gar „unmännlich“ galt, ist heute selbstverständlich. Auch bei Shampoos oder Stylingprodukten zeigt sich ein bewussteres Konsumverhalten: Weniger Silikone, mehr natürliche Inhaltsstoffe, klare Versprechen.

Auch Bartpflege ist längst kein Nischenmarkt mehr. Bartöl, Bartbalsam, spezielle Waschprodukte – sie gehören bei vielen Männern zur täglichen Routine. Der Bart ist Ausdruck von Stil, Reife, manchmal auch Rebellion – aber eben nicht mehr ungepflegt. Der gepflegte Bart ist Mainstream geworden.

Dass Männerprodukte immer sichtbarer werden, liegt auch an der Präsenz in Drogerien, Apotheken und Online-Shops. Große Marken haben längst eigene Männerlinien etabliert, während kleinere Labels sich mit puristischen, oft nachhaltigen Produkten auf den Trend spezialisieren. Influencer, Prominente und Medien tun ihr Übriges: Pflege ist heute Teil moderner Männlichkeit – und wird sichtbar gelebt.

Der Männerpflegemarkt in Deutschland wächst. Langsam, aber konstant. Es werden nicht weniger Produkte – im Gegenteil: Das Sortiment wird breiter, hochwertiger und spezialisierter. Die Nachfrage ist da, die Akzeptanz steigt, und das Angebot wird vielfältiger. Wer heute noch glaubt, dass Männer sich nicht pflegen wollen, verpasst den Anschluss.

Pflege ist kein Softie-Thema – sondern Teil eines bewussten, starken Lebensstils. Und der beginnt im Bad.