Ich lebe in einer Welt, in der scheinbar alles möglich ist. Ich kann rund um die Uhr kommunizieren, organisieren, konsumieren. Ich bin ständig online, ständig erreichbar, ständig auf dem Sprung. Alles läuft über das Smartphone – Termine, Nachrichten, Musik, Erinnerungen. Ein Knopfdruck, und die Welt liegt mir zu Füßen.

Und doch frage ich mich immer öfter: Wozu das alles?

Denn obwohl ich jeden Tag funktioniere, obwohl ich „drin“ bin im System, spüre ich manchmal – da fehlt was. Eine Leere zwischen all den Likes, Pushnachrichten und To-dos. Ich habe Zugriff auf alles, aber keinen Halt. Ich bin vernetzt, aber nicht verbunden. Informiert, aber nicht inspiriert. Beschleunigt, aber nicht bewegt.

Ich glaube, es geht vielen Männern so. Wir leisten, wir halten durch, wir machen weiter – weil es von uns erwartet wird, weil es dazugehört, weil es „Mann“ halt so macht. Aber tief drin wünschen wir uns oft etwas ganz anderes: Ruhe. Klarheit. Echtheit. Nicht noch mehr Optionen, sondern weniger Lärm.

Ich schreibe das nicht, weil ich die Zeit anklagen will. Ich schreibe es, weil ich mir selbst auf die Spur kommen will. Und weil ich glaube, dass Ehrlichkeit – mit sich selbst und untereinander – der erste Schritt raus aus dieser Leere ist. Vielleicht müssen wir nicht alles erreichen. Vielleicht reicht es, wenn wir wieder lernen, bei uns selbst anzukommen.